Bericht über die Tagung des Netzwerkes der Naturwissenschaftlichen Vereinigungen in Mitteleuropa (NNVM) 2009 in Magdeburg
Von Dr. Volker Münchau (Lübeck)
Freitag, 11. September 2009
Von 14 bis 17 Uhr trafen sich die 2008 gewählten Mitglieder der Lenkungsgruppe des NNVM zu einer ersten Besprechung im Magdeburger Hotel „Intercity”. Sie bereiteten insbesondere die NNVM-Konferenz am nächsten Tag vor und wurden hierbei von 15 bis 16 Uhr unterstützt von Herrn Harald Müller (stellvertretender Vorsitzender des Gastgebervereins und einer der Organisatoren der Tagung).
Nach der Anmeldung zur Tagung, bei der Herr Müller im Gebäude des Naturkundemuseums die gut vorbereiteten Tagungsunterlagen und Namensschilder ausgab, starteten wir zum ersten Veranstaltungspunkt, der Stadtführung mit Herrn Bernd Rosenburg. Die Wunden des letzten Krieges und der Planwirtschaft sind weitgehend überwunden. Das Stadtbild ist jetzt wieder freundlich und hell. Leider bleiben viele der wunderschönen Barockbauten des alten Magdeburg nur in der Erinnerung der „Alten” lebendig.
Die Kirchen, vor allem der geschichtsträchtige Dom, Erinnerung an den ersten Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, Otto den Ersten, zeigen die Entwicklung von der Romanik zur Gotik. Deutlich wurden aber auch die militärischen Katastrophen, die die Stadt heimsuchten; vom 30-jährigen Krieg über die Feldzüge Napoleons bis zum Wahnsinn des 20. Jahrhunderts. Ebenso die wissenschaftlichen Leistungen vieler bekannter Magdeburger Bürger, allen voran Otto von Guericke. Eine Attraktion der Moderne war nicht zu übersehen: das große Hundertwasser-Haus, die „Grüne Zitadelle”, welche ein ganzes Viertel überdeckt.
Nach dieser sehr eindrücklichen Stadtführung beschlossen wir den Tag mit einem gemeinsamen Abendessen in der „Ratswaage”. Jetzt konnten die Kontakte zu den Mitgliedern des Naturwissenschaftlichen Vereins zu Magdeburg, die die Tagung organisiert hatten, privat aufgenommen werden.
Sonnabend , der 12. September 2009
Um 8 Uhr 30 begann die Jahrestagung des NNVM im Schmuckhof des Museums für Naturkunde mit Grußworten von Herrn Prof. Dr. Matthias Puhle, dem Leitenden Direktor der Magdeburger Museen, Herrn Rolf Rathke, dem Ersten Vorsitzenden des Naturwissenschaftlichen Vereins zu Magdeburg und Herrn Dr. Hans Pellmann, Leiter des Museums für Naturkunde, Magdeburg.
Wir wechselten daraufhin in den nebenan liegenden Besprechungsraum, wo wir von Frau Rathke mit Kaffee, Tee und Kuchen bewirtet wurden. Herr Prof. Finke eröffnete daraufhin die diesjährige NNVM-Konferenz und es schloss sich die Selbstvorstellung der Teilnehmer an. Anschließend, wieder im Schmuckhof, zeigte er eine neue Powerpoint-Präsentation über die Entwicklung des NNVM, und nach deren Ende setzten wir die Konferenz im Besprechungsraum mit der Allgemeinen Aussprache und der Wiederwahl der Lenkungsgruppe fort. (Zu Einzelheiten von Verlauf und Ergebnissen dieser Konferenz vgl. das Protokoll unter dem Menüpunkt „Tagungen: NNVM-Konferenz 2009″).
Nach einem Mittagessen in der Gaststätte der nahe gelegenen Kammerspiele, welches uns der gastgebende Verein servieren ließ, führte uns Herr Dr. Pellmann durch die noch der Öffentlichkeit zugänglichen Teile des Museums für Naturkunde, der die städtische Entwicklung seit dem Altertum zeigt, in den „Präparationskeller” und die im Aufbau befindliche Ausstellung zur Evolution und allgemeinen Naturkunde.
Sehr beeindruckend waren die Darstellungen zur Geschichte vom 12. bis 14. Jahrhundert! Ein Temperaturanstieg von + 3 Grad Celsius, Aufblühen des Ackerbaues, Weinanbau bis Schweden, Zunahme der Bevölkerung, Zunahme des Wohlstandes, und dann der Kälteeinbruch im 14. Jahrhundert. Wir diskutierten über die Folgen von 0,5 Grad Temperaturanstieg unserer Zeit.
Eindrucksvoll war anschließend auch der Einblick in die Arbeit der Präparatoren. Sie erläuterten uns ihre Arbeitstechniken und Methoden am Beispiel eines noch nicht fertig gestellten Großpräparates, eines Straußenvogels. Anschließend gab es eine Diskussion über mögliche Einflüsse von Arsenverbindungen zur Konservierung. Die Aussage der Konservatoren mit jahrelanger Berufserfahrung lautete: „Es kommt auf die Anwendung an. Professionell eingesetzt, besteht keine Gefahr. Auch nicht für Schulpräparate.”
Der Aufbau der im Dezember zu eröffnenden vollkommen neuen Ausstellung zur Evolution und allgemeinen Naturkunde in neu gestalteten großen Museumsräumen vermittelte sodann etwas von den Schwierigkeiten, die bei solchen termingebundenen Großprojekten auftreten. Wieviel Arbeit steht hinter dem naturgetreu dargestellten Orca-Wal mit dem Besatz von Rankenfüßern („Walpocken”). Welche Verwunderung über die wahre Größe des Bisons! Auf den meisten Abbildungen sieht das anders aus. Die wahre Schulterhöhe beträgt etwa 1,50 bis 1,60 m.
Nach dieser Führung ging es mit der Straßenbahn zum Gelände der Bundesgartenschau 1999. Das glückliche Magdeburg besitzt ein gut ausgebautes Straßenbahnnetz, einen ausgedehnten Elbauenpark, der einmal ein Militärgelände gewesen ist, und dort eine einzigartige Attraktion: den „Jahrtausendturm”. Ein über 60 Meter hohes, von einem Schweizer Architekten gestaltetes, höchst originelles, rundes Holzgebäude mit ausgedehnten Innentreppen und spiralförmigem Außenabgang, unten sehr weiträumig, nach oben dann kegelförmig sich verengend, und im Innern angefüllt mit hunderten großer, eindrucksvoller Anschauungsmodelle, vielfach interaktiv von jedem Besucher bedienbar, zur Wissenschafts- und Technikgeschichte der Menschheit. Arme Füße, glücklicher Kopf! Es gab eine mehrstündige Führung durch ein Museum, welches an das „Deutsche Museum” in München erinnert, aber sein eigenes unverwechselbares Flair besitzt. Von der Antike angefangen Geistesblitze und Arbeitstechniken nachstellend, bis zur Gegenwart die Komplexität der wissenschaftlichen Erkenntnisse vermittelnd, wird der Besucher auf jeder der vielen Etagen zum Mitdenken und Mitmachen aufgefordert. Wohl dem, wer naturwissenschaftliche Grundkenntnisse hat: Verstehen und Behalten werden sehr erleichtert.
Diesen Tag beschloss ein gemeinsames Abendessen im berühmten Bischofssaal des Alten Rathauses.
Sonntag, der 13. September 2009
Frühes Aufstehen an diesem Sonntag war angesagt. Es ging mit dem Bus zu einer Exkursion in die Kernzone des „Biosphärenreservats Mittelelbe”, das Naturschutzgebiet „Steckby-Lödderitzer Forst”. Dieser Name hat bei vielen Naturfreunden einen geradezu magischen Klang, so viele selten gewordene Pflanzen-, Vogel- und Insektenarten kommen hier noch vor. Unser Führer, der Naturschutzwart Peter Ibe, der hier bereits seit dreieinhalb Jahrzehnten zuhause ist,, führte uns sehr sachkundig durch das Gebiet. Zwei Wanderer, die bei einer Flasche Gerstensaft pausierten, bemerkten: „Der Bibervater ist wieder unterwegs.”
Durch die Hartholzauenwälder führte der Weg auf dem Winterdeich. Alant, Ähriger Ehrenpreis, Schwarzpappeln, Roteschen und immer wieder sehr alte, höhlenreiche Stieleichen stehen hier am Ufer der Elbe.
Auf den „Totarmen” schwammen bisweilen als eingewanderte Arten Schild- und Algenfarne (Salvinia, Azolla). Ein Moorfrosch wurde entdeckt, auch ein kleiner Laubfrosch, Rosenkäfer, die Vögel machten sich etwas rar. Es war ein wunderschöner Spaziergang durch diese hier noch sehr naturnahe Flusstalaue, in der man auch den Urzeitkrebs Triops cancriformes noch finden kann. Da störte auch der einsetzende Regen den Genuss nicht - wie an der Wanderungsgeschwindigkeit der Teilnehmer zu erkennen war.
Nach dem Mittagessen auf einem aufgebockten ehemaligen Elbkahn (dem Museumsschiff „Gerda-Marie” bei Breitenhagen), ging es zurück ins Museum nach Magdeburg. Es folgte ein hervorragender selbstgedrehter Filmvortrag über die infolge des Klimawandels in den letzten Jahren stark anwachsenden Bienenfresserpopulationen (Merops apiaster) in Saale-Steilwänden und stehengebliebenen Steilwänden meist stillgelegter Braunkohlerestlöcher im Regenschatten des Harzes. Gehalten wurde er von dem Ornithologen Karl Uhlenhaut, einem ehemaligen Präparator des Museums, dem man die Liebe zu seinem Hobby wirklich anmerkte.
Nach diesem Vortrag ging es zu dem ganz großen Ereignis, das die Stadt Magdeburg in diesen Tagen bewegt: zur Ausstellung „Aufbruch in die Gotik” aus Anlass des 800jährigen Bestehens des Domes. Herr Rolf Rathke führte uns höchstpersönlich, sachkundig und mit großem Engagement durch die Ausstellung. Nicht nur Stunden, Tage könnte man verbringen, um die Schätze aus den Museen der Welt, die hier versammelt sind, zu bestaunen. Viel zu schnell war es 18 Uhr, die Stunde der Museumsschließung.
Auch diesen Abend beschlossen wir mit einem gemeinsamen Essen. Für die meisten Angereisten war das zugleich auch das Ende der Tagung, für die wir uns bei den Magdeburger Freunden herzlich bedankt haben: einer sehr schönen Tagung, die sich würdig in die Reihe der bisherigen NNVM-Tagungen einreihte.
Montag, der 14. September 2009
Aber: Für diejenigen, die es ermöglichen konnten, noch einen Tag länger zu bleiben, hatten das Ehepaar Rathke und Herr Bernhard Balzer noch eine Ganztages-Exkursion mit Privat-PKWs in den Harz vorbereitet. Um 8 Uhr 30 ging es los, zunächst nach Rübeland, wo wir uns durch einen Imbiss gestärkt haben, und dann zum Besucherbergwerk Erzgrube „Büchenberg” nahe Elbingerode. Nachdem wir eine sehr lange, schräge Steintreppe auf die erste Sohle hinabgestiegen waren (die tieferen Sohlen stehen heute unter Wasser) war es beeindruckend und erschütternd zu hören und zu sehen, unter welchen sehr harten Bedingungen die Menschen bis 1970 - zu der Zeit wurde die Grube wegen Unrentabilität geschlossen - dort arbeiten mussten. Bis zu 137 dB laut dröhnte der Lärm der Bohrer. Alle Maschinen - selbst Lampen wurden über Dynamos mit Druckluft betrieben - lärmten für uns unerträglich; unser Führer stellte alle nach wenigen Sekunden wieder ab. Erst ab den 1950er Jahren gab es Lärmschutz für die Ohren. Dazu das Arbeitspensum, die Norm. Dass Menschen diese Arbeit bis zum 50sten Lebensjahr aushalten konnten, erscheint einem heute unmöglich. Danach mussten sie bis zum 63sten Lebensjahr noch über Tage arbeiten.
Unser nächstes Ziel war die sagenumwobene „Rosstrappe”, eine der schönsten Felslandschaften und tiefsten Talkessel des Harzes, hunderte von Metern über dem wildromantischen Bodetal. Die direkte Straße dorthin war gesperrt, aber wir nahmen einen großen Umweg über Thale in Kauf, um dorthin zu gelangen. Es hat sich gelohnt. Schließlich besichtigten wir am Abend noch Quedlinburg. Dieses geschichtsträchtige Städtchen mit seinen vielen, wunderschönen Fachwerkhäusern und der hoch gelegenen Burg, ein berühmtes „Schatzkästlein”, sollte man bei einer Harzreise nicht versäumen.
Für diese Tage, die von Mitgliedern des Naturwissenschaftlichen Vereins Magdeburg bestens vorbereitet waren, möchten wir auch an dieser Stelle noch einmal herzlich danken, insbesondere Frau Rathke, Herrn Rathke und Herrn Müller, aber auch den Herren Balzer und Dr. Pellmann. Immer wieder haben wir alle diejenigen bedauert, die - vielleicht weil sie nicht rechtzeitig von dieser Tagung wussten - nicht dabei sein konnten. Den Mitgliedern aller Naturwissenschaftlichen Vereine können wir nur empfehlen, zukünftige Tagungen des NNVM nicht zu versäumen, sondern sie als rechtzeitig vorzumerken und als Kurzurlaub oder eine Städtereise zu nutzen. NNVM-Tagungen sind immer von den besten Sachkennern der Region, in der sie stattfinden, vorbereitet und begleitet, und sie führen uns zu den Höhepunkten der jeweiligen Landschaften. So fachkundig auf die Bedürfnisse von Botanikern, Geologen, Ornithologen, Ökologen und anderen Naturfreunden und -schützern zugeschnitten kann auch der beste kommerzielle Reiseveranstalter eine Reise nicht organisieren.
Wir freuen und schon auf die Tagung 2010, die dann wieder im September in der Schweiz stattfinden wird.
Die dritte Jahrestagung des NNVM 12. - 14. September 2008 in Klagenfurt
Wegen der weiten Anreise nach Klagenfurt trafen wir uns zur Jahrestagung 2008 bereits am Donnerstag den 11.09.2008 fast alle im gleichen Hotel.
Freitag, 12.09.2008
Der Lenkungskreis besprach am Vormittag den Ablauf der Tagung und die künftige Arbeitsteilung. Diese Gelegenheit nutzen die mitgereisten Damen das (noch) schöne, warme Wetter zu einem ersten Schnupperbummel. Um 18 Uhr lud Herr Dr. Odo Miklautz uns am Theater zu einem stadthistorischen Rundgang ein. Die erste kleine Innenstadt von Klagenfurt wurde nach einem Brand im Renaissance-Stil umgestaltet und erweitert. Ein Grüngürtel zeichnet die ehemaligen Befestigungsanlagen nach.
Zahlreiche Durchgänge durch die Enge Innenstadt gestatten immer wieder Einblicke in oft schmucke Innenhöfe. Diese Durchgänge machen die enge Innenstadt sehr durchlässig.
Bald kündigen erste Tropfen den vorhergesagten Wetterwechsel an. Am Alten Platz beendet das Wetter mit Regen und einem Temperatursturz um 14 ° C vorzeitig die Stadtführung.
Das Landhaus Klagenfurt mit dem Großen Wappensaal
und dem Sitzungssaal des Landesparlamentes
Bei einem gemeinsamen Abendessen in der „Hirter Botschaft” begrüßen uns der Präsident, Herr Mag. Dr. Helmut Zwander, in Begleitung der Vizepräsidenten, Herr Dr. Wiedner und Herr Universitäts-Professor. Dr. Franz Walter, sowie weitere führende Mitglieder (u.a. Prof. Dr. Hartl) des Naturwissenschaftlichen Vereins für Kärnten ganz herzlich.
Samstag , der 13.09.2008,
Die gemeinsame Tagung mit dem Naturwissenschaftlichen Verein für Kärnten begann mit einer PowerPoint-Präsentation Herrn Prof. Dr. P. Finkes zu den Aufgaben und Erfolgen der bisherigen Arbeit und gibt einen Ausblick auf künftige Ziele des NNVM. Modellhaft wird eine Kopie der Homepage (NNVM.ORG) vorgeführt und die nun möglichen Ergänzungen und Neuerungen (Berichte, Aufrufe zu Tagungen, Bilder) vorgestellt. Bedauerlich ist die bisher geringe Mitarbeit der Vereine. In der Homepage stellen sich die Vereine selbst dar. Diese Daten veralten mit der Zeit und geben dann ein schlechtes Bild des Vereins. Mit einem Passwort - es wird leider in zu geringem Umfang abgerufen - können und müssen die Vereine ihre Daten selbst pflegen. Der Lenkungskreis besteht nur aus zur Zeit vier ehrenamtlichen Mitgliedern und kann unmöglich mehrmals im Jahr die in der Homepage aufgeführten über 100 Vereine nach Änderungen durchsuchen. Hierauf wird in einer der nächsten Info-Post hingewiesen werden.
In der Aussprache wird auch die Zukunft des NNVM angesprochen. Die finanzielle Ausstattung besteht nach Schaffung der Homepage nur in dem Restvermögen des Vorläufers DNVD (Dachverband der Naturwissenschaftlichen Vereine Deutschlands). Da keine Beiträge erhoben werden, wird die gesamte Information ausschließlich über Internet mit Info-Mitteilungen und Email sichergestellt. Die Anregung von Herrn Dr. Hartl, von jedem Verein jährlich 10 €uro zu erbitten, wird zustimmend aufgenommen. Mit Kinderexkursionen konnte der NWV nach Herrn Dr. Walter den Bekanntheitsgrad und damit die Mitgliederzahl steigern. Vielleicht sollte die Homepage eine Kinderseite enthalten. Herr Dr. Wiedner regt an, Veranstaltungen gemeinsam mit Schulen und anderen Vereinen (z. B. NABU, gewässerkundliche Gruppen, Alpenverein …) durchzuführen.
Herr Rathke bietet an, die nächste Tagung vom 11. - 13. September in Mageburg auszurichten und hat hierzu zahlreiche Vorschläge. Diese sollen zusammenfaßt den Vereinen mit Info-Post zugeleitet werden, damit alle naturwiss. Vereine eingebunden werden und das Angebot diskutieren können.
Zum Schluß stellen sich die Mitglieder des Lenkungskreises zur Wahl und werden mangels weiterer Vorschläge wiedergewählt. Ein weiterer Wahlgang bestätigt das Angebot von Herrn Dr. Tenbergen, Münster (Westf), im Lenkungskreis mitzuwirken. Herr Pfaffl aus Zwiesel möchte seine Mitarbeit im Lenkungskreis beenden. Herr Dr. Finke dankt Herrn Pfaffl in dessen Abwesenheit für seine Unterstützung.
Danach können wir uns von der anstrengenden Sitzung bei einem Imbiss im Landesmuseum für Kärnten erholen.
Das Programm wird mit einem Rundgang durch die neue Schmetterlingssammlung - wegen der frei fliegenden Schmetterlinge tropisch warm - und einer Darstellung der Lebensweise des Fuchses fortgesetzt. Frau Dr. Cornelia Bockrath erläutert die vor kurzem eröffneten Ausstellung „Himmelssteine„ mit gut gestalteten Schautafeln, Nachbildungen und Original-Meteoriten.
Der nächste Programmpunkt führt uns hinaus in die Natur. Bei einer Seen-Rundfahrt mit dem Bus zu den Kärntner Seen (Wörthersee, Ossiacher See, Lengssee) sprechen Herr Thomas Friedl und am Lengssee Herr Dr. Wolfgang Honsig-Erlenburg über Wassergüte, Wasserschichtung, -Erneuerung, Temperatur, Fischbesatz, Rekultivierung und vieles mehr. Dazu wurde der etwa 60 m hohe Turm auf dem Pyramidenkogel mit dem Fahrstuhl erklommen. Vor hier oben öffnet sich ein Rundblick über den Wörthersee, der bei besserem Wetter sicher noch schöner gewesen wäre. Doch hier oben war es bei kräftigem Wind feucht und kalt.
Im Kloster am Lengssee hatten wir Gelegenheit, uns mit einer Tasse Kaffe und einem Stück Kuchen zu stärken. Dazu spielte im Nachbarraum eine Blaskapelle zu einer Hochzeit auf. Der Regen wurde nun schwächer. Gegen Abend machte der Sonnabend seinem Namen endlich alle Ehre, es zeigte sich (hinter Wolken zaghaft) die Abendsonne und der Regen wendete sich ab.
(G.W.Meyer.)
Sonntag, der 14. September 2008
Der Naturwissenschaftliche Verein für Kärnten, Klagenfurt, hatte ein sehr interessantes Exkursionsprogramm vorbereitet. Eine “Dreiländerfahrt”: Kärnten (Dobratsch und Schütt); Italien (Friaul/Julisch-Venetien, Weißenfelser-Seen); Slowenien (Savequelle, Vintgar-Schlucht).
Geführt wurden wir von Frau Dr. Cornelia Bockrath, Geologin, und Herrn Mag. Dr. Helmut Zwander, ein Biologe mit tiefgründiger Kenntnis der Geologie. Der Schwerpunkt dieser Exkursion lag auf den geologischen Besonderheiten der Exkursionsziele. Europa beginnt im Norden, das ist sicher. Aber wo endet es? Von der afrikanischen Platte gelöste Kleinschollen sind in die europäische Platte eingelagert. Die europäische, die adriatische und die pannonische Platte stoßen in Kärnten aufeinander. Dieses Durcheinander macht das Gebiet für den Geologen so interessant und für den Laien bei guter geologischer Führung so staunenswert.
Das erste Ziel war das Dobratschmassiv. Seit 2002 ist es der erste Naturpark Österreichs. Der Dobratsch, ein tektonisches Fenster, passt nicht in die Ostregion sondern in die Südregion Kärntens. Die Gipfelschollen bestehen aus Gesteinen der oberen Permzeit, also etwa 245 Millionen Jahre alt. Die unteren Schichten sind jüngeres Material - aus der unteren Trias. Ton, Kalke, eingestreute Gipshorizonte, Korallenriffe. Also eine typische Überschiebung der Schichten. Das ältere oben, das Jüngere unten.
Leider konnten wir weder von den botanischen noch von den geologischen Besonderheiten etwas sehen. In dichten Nebel eingehüllt konnten wir nur den Erklärungen Herrn Mag. Robert Heubergers, zuständig für den Naturschutz, folgen. Von der Vogelbeobachtungsstation und der Aussichtsplattform, die hunderte Meter hoch an einer Steilwand befestigt sind, konnte Herr Heuberger vom Zug der Wespenbussarde berichten, die sich hier in Massen versammeln. Wir konnten leider nicht einmal das Kribbeln in der Magengegend feststellen, wenn man auf einem Gitterrost in schwindelnder Höhe steht. Unter uns nichts - nichts als Nebel.
Weiter ging es zur Schütt, dem ältesten Naturschutzgebiet Kärntens (seit den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts). Die Schütt am Fuße des Dobratsch ist im 14en Jahrhundert durch einen gewaltigen Bergrutsch entstanden. Sie ist jetzt ein Rückzugsgebiet für wärmeliebende Tier- und Pflanzenarten, wie Saphireidechsen und Manna-Eschen.
Über die Drau ging es entlang der Autobahn nach Italien. Ein Gebiet, das nach 1918 von Italien annektiert wurde. Der Ort Predil (das ehemalige Raibl lebt im geologischen Begriff der Raibler Schichten noch heute weiter) mit seinem stillgelegten Blei- und Zinkbergbau machte einen sehr heruntergekommenen Eindruck. Ein Denkmal zeigte die Stelle, an der vor 1914 das Spital der Erzhütte samt Insassen in Sekunden im Boden versunken ist. Nur ein Mensch konnte sich durch einen Sprung aus dem Fenster retten.
Im Rio Freddo führte uns Herr Dr. Zwander eindrucksvoll das Auseinanderdriften von Pangea am Ende des Perm, Beginn der Trias vor Augen. Während des Perm/Trias-Überganges erwärmte sich das Klima. Die Ozeane überfluteten weite Teile Pangeas mit der Folge einer starken Sedimentation von Kalk und Kalkgehäusen der Foraminiferen. Dann verstärkte sich der Vulkanismus. Zwischen die weißen Kalksedimente wurden Tiefengesteine geschleudert. Wo können Nichtgeologen so eindrucksvoll geologische Umbrüche und die Ursachen für das Auseinanderdriften Pangeas demonstriert werden?
Weiter ging es zu den Weißenfelserseen. Ein riesiger “erratischer” Findling mit über 20 Meter steil aufragender Front, transportiert durch Gletscher aus den Julischen Alpen in die Nähe des unteren Sees erregte das Staunen der Teilnehmer. Eine Besonderheit konnte am oberen See gezeigt werden. Der See befindet sich in einem Kessel. Kalte Luft kann nicht abfließen. Warme Schichten überlagern die kalten. Die biologische Besonderheit: Der See wird von Fichten umrandet. Buchen schließen in höheren Lagen an, wegen der Frostempfindlichkeit der Buchen eine Umkehr der sonst üblichen Vegetationsfolge.
Und noch eine Besonderheit. Eine Mutation führte zu den “Klangfichten” des Weißenfelser Tales. Die Maserung dieser Fichten ist wellenförmig. Dieses Holz gibt den Streichinstrumenten ihren wundervollen Klang. Schon Stradivari wusste dieses Holz zu nutzen.
Nach einem köstlichen Mal, das uns der Naturwissenschaftliche Verein in dem jugoslawischen Örtchen Ratschach servieren ließ besichtigten wir die “Save”-Quellen bei Ratece. Das Quellwasser stammt aus dem Planica-Tal und bildet bei Ratece zeitweise einen See. Das Wasser fließt unterirdisch weiter Richtung Osten. Bei Podkoren trifft es auf einen Schwemmkegel, der den Weiterfluss behindert - das Grundwasser quillt aus vielen kleinen, trichterförmigen Quellen (”Tumpfi”) aus dem Boden.
Den Abschluß dieser interessanten Exkursion bildete eine Wanderung in der Vintgar-Schlucht. Die “Vintgar-Schlucht” wurde vom Fluß “Radovna” erzeugt. Die Radovna mündete ursprünglich bei Bled in die Wocheiner-Save. Während der Würm-Vereisung blockierte der Wocheimer Gletscher den Zufluss in die Wocheiner-Save und die Radovna wurde nach Norden abgelenkt und floss über einen Sattel in die Save-Dolinka. Als Folge einer relativ großen Fallhöhe konnte die Radovna in kurzer Zeit im Kalkhang eine schmale und tiefe Klamm auswaschen (1,5 km lang, bis zu 300 m tief). Es bildeten sich viele kleine Wasserfälle, Stromschnellen und Kolke. 1893 wurde ein Weg mit Holzbrücken und Galerien errichtet. Heute ist die Vintgar-Schlucht auf Grund der interessanten Flora und der landschaftlichen Schönheit eine Aussenstelle des Nationalparks Triglav.
Montag, der 15. September 2008
Für die Teilnehmer der Jahrestagung des NNVM, die die Tagung außerdem zu einem Kurzurlaub im schönen Kärnten nutzen wollten, bot der Naturwissenschaftliche Verein noch ein Zusatz-Exkursion an: Herr Professor Dr. Walter von der Universität Graz und Frau Dr. Cornelia Bockrath, Landesmuseum Klagenfurt, beides Geologen, führten uns in Radenthein, Nähe Spittal/Drau durch das Granatium, einem Museum zum Thema Granat-Bergbau, -Gewinnung. Professor Walter, in dieser Gegend aufgewachsen und Geologe konnte uns spannend in die Geschichte des Bergbaus einführen.
Als kulturelle Einlage wurde das Stift Millstatt (am Millstättersee) besichtigt. 1070 als Benediktinerkloster gegründet besitzt es eine dreischiffige Pfeilerbasilika mit Kreuzgang. Es erhielt gotische und barocke Zubauten. Höchstwahrscheinlich entstand hier um 12. Hundert die erste deutschsprachige Dichtung auf österreichischem Boden: Die Millstätter Genesis.Zum Abschluss besuchten wir das Maltatal. Mit Gneisen beginnt hier das Tauernfenster. Die Erklärungen zum geologischen Aufbau und der Geschichte der das Maltatal einschließenden Höhenzüge machten die Wanderung interessanter als ein Spaziergang im normalen Urlaub es je sein könnte. Der Rückweg entlang der „Wasserspiele” bildete einen wundervollen Abschluss des Tages und der Tagung.
Ein Dank dem Naturwissenschaftlichen Verein für Kärnten für die Ausrichtung dieser Jahrestagung des NNVM und den Mitgliedern, die sich in so herzlicher Art für uns engagiert haben. Mit ihrer Fülle von Informationen und Einsichten bleibt dieses Treffen für viele Jahre unvergesslich.
(V.Münchau)
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Programm der zweiten Jahrestagung des NNVM 14. bis 16. September 2007 in Münster/Westfalen(D), ausgerichtet vom Westfälischen Naturwissenschaftlichen Verein
Tagungsort: LWL-Museum für Naturkunde, Sentruper Str. 285, 48161 Münster
Freitag 14.09.2007
Individuelle Anreise der Tagungsteilnehmer nach Münster und Quartierbelegung. Es gibt Unterkunftsmöglichkeiten in unmittelbarer Nachbarschaft des Museums (Adressen und Details werden später bekannt gegeben). Das nachfolgende Programm an diesem ersten Nachmittag ermöglicht auch Personen mit einer weiten Anreise, jede volle Stunde zu uns zu stoßen.
ab 14.00 Uhr: Eintreffen der Teilnehmer im LWL-Naturkundemuseum, Begrüßungskaffee, Kurzvorstellung des Naturwissenschaftlichen Vereins und des Naturkundemuseums
15.00 - 16.00 Uhr: Besuch des Planetariums im LWL-Naturkundemuseum mit Erläuterungen zur Technik
16.00 - 17.00 Uhr: Kurzführung durch die Sonderausstellung „Pflanzenwelten: Menschen, Pflanzen und Geschichten”
17.00 - 18.00 Uhr: Blick hinter die Kulissen (Zoologische Sammlungen, Herbarium, etc.)
18.00 - 19.00 Uhr: Gemeinsamer Abendimbiss im Naturkundemuseum, anschließend freie Stunde (ev. Hotel, Fahrt mit ÖPNV in die Stadt)
20.00 - 21.00 Uhr: Abendliche Stadtführung in der historischen Altstadt von Münster, Treffpunkt: Rathaus am Prinzipalmarkt
Samstag, 15.09.2007
09.00 Uhr: Eintreffen der Teilnehmer im Museum, Begrüßungskaffee
09.15 Uhr: Begrüßung durch N.N., LWL-Museum für Naturkunde, und Herrn Dr. Bernd Tenbergen, Vorsitzender des Westfälischen Naturwissenschaftlichen Vereins e.V. (Münster). Ort: Planetarium im Museum
09.30 - 10.15 Uhr: Lenkungsgruppe des NNVM: Neue Perspektiven für Naturwissenschaftliche Vereine durch länderübergreifende Vernetzung. Bisherige Erfahrungen, Probleme und weitere Schritte. Ort: Planetarium
10.15 - 11.15 Uhr: Allgemeine Aussprache
11.15 - 12.15 Uhr: Kaffeepause mit Gelegenheit zu Vereinspräsentationen (!), Infostände, Gespräche und Poster. Ort: Museumshalle
12.15 - 12.45 Uhr: Von der Mammutsteppe zur Agrarlandschaft - Veränderungen der heimischen Tier- und Pflanzenwelt unter dem Einfluss des Menschen. Vortrag Dr. Bernd Tenbergen, LWL-Museum für Naturkunde. Ort: Planetarium
12.45 - 13.00 Uhr: Diskussion und Organisatorisches Absprachen zum weiteren Tagungsverlauf
13.00 - 14.00 Uhr Mittagspause im Bistro des Naturkundemuseums (Selbstzahler)
14.00 - 18.00 Uhr: Busexkursion „Spurensuche in den Baumbergen“: Historische Orte, archäologische Fundstellen und naturkundliche Besonderheiten im Münsterland. Treffpunkt: Busparkplatz Zoo. (Exkursionsleitung: Dr. R. Rudolph, Dr. Bernd Tenbergen, Dr. Cornelia Kneppe)
ab 19.00 Uhr Gemeinsames Abendessen in der Altstadt von Münster Beisammensein, Erfahrungsaustausch und anschließend individuelle Freizeit in Münster. (Es besteht eine direkte und bequeme ÖPNV-Anbindung zwischen dem Museum und der Innenstadt)
Sonntag, 16.9.2006
08.30 - 13.30 Uhr Busexkursion zu den Erdfallseen im NSG Heiliges Meer, Kreis Steinfurt. Schwerpunkte: Geologie, Botanik, Zoologie, Ökologie der Kulturlandschaft. Rückkehr nach Münster gegen 13.30 Uhr. Exkursionsleitung wie am Vortage, und weitere Personen. Details werden später bekannt gegeben.
13.30 Uhr: Gemeinsamer Mittagsimbiss und offizieller Tagungsabschluss im Bistro des Museums. TeilnehmerInnen, die eine längere Heimreise vor sich haben, können ab ca. 14.30 Uhr abreisen. Das Programm sieht aber noch einen interessanten Programmpunkt vor:
14.30 - 17.00 Uhr: Teilnahmemöglichkeit an den aktuellen Aktionen des Naturkundemuseums und des Westfälischen Naturwissenschaftlichen Vereins am Tag des Geotops 2007 rund um das Naturkundemuseum (u.a. Führung durch die Sonderausstellung „Versteinerte Schätze“, Rundgang zur „Vegetationsgeschichte in Mitteleuropa“)
Westfälischer Naturwissenschaftlicher Verein e.V. (WNV),
c/o LWL-Museum für Naturkunde,
Sentruper Str. 285, D-48161 Münster
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Erste NNVM-Tagung in Cottbus 2006:
Ein Rückblick auf die Versammlung der Teilnehmer am Samstagvormittag, den 9. September 2006
Peter Finke (Bielefeld)
- Teil: Begrüßung und Eröffnung
Werner Pfeil (Cottbus) eröffnete bei 35 anwesenden Delegierten als Moderator des ersten Teils unsere Sitzung kurz nach 9.00 Uhr und gab dem stellvertretenden Vorsitzenden des NVN, Herrn Werner Nowel, das Wort. Dieser begrüßte die Teilnehmer und informierte kurz über den NVN, dessen Vorsitzende, Frau Ursula Striegler, wegen einer Auslandsreise leider nicht an der Tagung teilnehmen konnte. Nach ihm hieß uns der Amtierende Oberbürgermeister, Herr Kelch, in der Stadt Cottbus willkommen und erwähnte die für den Nachmittag geplante Enthüllung einer Ehrentafel für den Australienforscher Ludwig Leichhardt, dessen Urenkel auch an unserer Versammlung teilnahm. Nach ihm eröffnete Prof. Dr. Peter Finke (Bielefeld) im Namen des Lenkungskreises für den Aufbau des Netzwerks die Tagung formell und bat die Teilnehmer, sich selber kurz vorzustellen. Danach charakterisierte er kurz die trotz der Kurzfristigkeit sehr erfreulichen Rückmeldungen auf die Einladung und gab den weiteren Ablauf der Versammlung bekannt.
- Teil: Bericht über den Stand der Arbeiten am Netzwerk NNVM
Georg Meyer (RNG Mainz) vom Lenkungskreis übernahm gegen 9.35 Uhr die Moderation von Werner Pfeil, erläuterte kurz, dass der Lenkungskreis in der kommenden Stunde mit verteilten Rollen und auf der Basis einer vorbereiteten Präsentation die bisher geleistete Arbeit am NNVM vorstellen wolle und gab das Wort an Herrn Finke zur Darstellung der Vorgeschichte, der Paderborner Beschlüsse vor einem Jahr und der dort gewählten „Beauftragten” zur Entwicklung des Netzwerks, die den Lenkungskreis bilden.
Herr Finke stellte daraufhin kurz die Entwicklung des „Dachverbandes der Naturwissenschaftlichen Vereinigungen Deutschlands e.V.”, des DNVD, dar und erklärte die Gründe, warum dieser nicht den erhofften Erfolg gehabt hat und daher von der letzten Mitgliederversammlung 2005 in Paderborn einstimmig aufgelöst worden war. Mit dieser Auflösung war aber der Auftrag verbunden, anstelle dieses Verbandes in den kommenden fünf Jahren und unter Verwendung des Restvermögens des DNVD ein Netzwerk der Naturwissenschaftlichen Vereinigungen in Mitteleuropa zu entwickeln, das die Möglichkeiten des Internets voll ausschöpft und jegliche überflüssige Bürokratie vermeidet.
Der Moderator gab das Wort weiter an das Mitglied des Lenkungskreises Dr. Volker Münchau (NV Lübeck), der die im ersten Jahr geleistete Arbeit charakterisierte. Er legte dabei besonderen Wert auf die Absicht, mit dem Netzwerk ein für die Vereine hilfreiches und nützliches neuen Instrument zu schaffen, das viele von ihnen dringend benötigen. Er nannte Beispiele für häufige Probleme der Vereine und betonte, dass das Netzwerk dazu beitragen wolle, diese zu lösen.
Nach diesen Ausführungen gingen wir live ins Internet und zeigten und erläuterten die bis dato programmierten Seiten des NNVM, die zuvor niemand der Teilnehmer gesehen hatte, da sie noch nicht öffentlich zugänglich gewesen waren. Leider konnte unser webmaster, Herr Silvan Rehberger (Freiburg), nicht nach Cottbus kommen; die Mitglieder des Lenkungskreises erläuterten daher die neuen Möglichkeiten gemeinsam.
Bei dieser Gelegenheit gaben wir auch einen Einblick in die der Homepage zugrunde liegende Datenbank der Vereine, die aus Sicherheitsgründen auch künftig nicht allgemein zugänglich sein wird, für die aber passwortgeschützte vereinsindividuelle Zugänge vorbereitet werden, mit denen die Vereine aber nur ihre jeweils eigenen Daten aktualisieren und verändern können. Man bekam einen Eindruck von der Fülle der schon programmierten Vereine in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Polen, wobei natürlich noch Lücken klaffen. Wir führten auch die Möglichkeit vor, sich über Karten, die auf der Basis von Google Earth programmiert worden sind, die geografische Lage der Vereine anschaulich vor Augen zu führen, und wir demonstrierten an mehreren Beispielen die Vernetzung mit den eigenen Homepages der Vereine selber, die es gestattet, sich dort in Sekundenschnelle weiter zu informieren.
Herr Meyer beschloss diesen Teil der Versammlung mit einem kurzen Resümee der Arbeit dieses ersten Aufbaujahres aus Sicht der Beauftragten und nannte einige Perspektiven für die künftige Arbeit, darunter die Einrichtung der passwortgeschützten Zugänge zur Datenbank, deren fortgesetzte Vervollständigung auch mit Vereinen anderer Nachbarländer, die Entwicklung einer Nachrichtenbörse der Vereine untereinander und die Planung weiterer Tagungen für die nächsten Jahre.
- Teil: Allgemeine Aussprache, Fragen, Anregungen, Lob, Kritik
Für diesen von Herrn Finke moderierten Teil der Versammlung, der etwas später als geplant gegen 10.45 Uhr begann und nur durch eine kurze Kaffeepause unterbrochen wurde, waren anderthalb Stunden angesetzt worden, um den angereisten Vereinsvertretern Gelegenheit zu geben, ohne Zeitdruck ihre Meinung zum Netzwerkprojekt zu sagen. Dies geschah auch reichlich und man kann diese Wortmeldungen so zusammenfassen, dass es einhellig begrüßt wurde. Es sollen deshalb hier nur wenige Stimmen stellvertretend erwähnt werden.
Herr Prof. Dr. Dieter Rodi (NV Schwäbisch-Gmünd), der schon Gründungsmitglied des DNVD gewesen war und dessen gesamte Entwicklung und alle seine Tagungen miterlebt hatte, stellte heraus, was viele empfanden, nämlich dass hier entscheidende Verbesserungen und Veränderungen vorgenommen worden seien, die zuversichtlich stimmten. Der neue Weg einer Art lockerer Arbeitsgemeinschaft ohne das Korsett eines eingetragenen Vereins mit Beiträgen, Vorstandssitzungen und Regularien, aber dafür konsequenter Nutzung der neuen Medien Internet und E-Mail könne tatsächlich jene Befreiung von den Hindernissen bedeuten, die den DNVD über zwölf Jahre gelähmt hatten. Die anwesenden Freunde aus Österreich, Ingrid und Dr. Peter Wiedner (NV für Kärnten, Klagenfurt), begrüßten ebenfalls die Gründung des Netzwerks und betonten, dass seine grenzüberschreitende Vernetzung von besonderem Wert sein könne. Herr Finke zitierte aus den während der vergangenen Wochen eingegangenen Antworten auf die Einladung weitere positive Stimmen von Vereinen aus Deutschland und der Schweiz. Vorsitzende und Vorstandsmitglieder anderer Vereine, z.B. Rolf Rathke (NV Magdeburg) oder Dr. Fritz Brozio (NG der Oberlausitz) stellten bereits Überlegungen an, dass sie womöglich in einem der kommenden Jahre die Netzwerktagung ausrichten könnten. Nur wenige Stimmen äußerten sich skeptisch; weit überwiegend herrschte die Meinung vor, dass das NNVM eine gute Chance für die Vereine und ihre Probleme bedeute.
- Teil: Zusammenfassung, Ergebnisse und konkrete Schritte
Mit einer kleinen Verspätung gegenüber dem Zeitplan traten wir gegen 12.10 Uhr in diesen nächsten Teil ein, den Dr. Münchau moderierte. Zunächst fasste Herr Finke die Hauptpunkte, die bei der kommenden Weiterentwicklung berücksichtigt werden sollen, zusammen, und über diese wurde anschließend von den Mitgliedern des Lenkungskreises jeweils kurz dargelegt, wie sie in den kommenden zwölf Monaten behandelt werden sollen.
Diese Punkte sind: der Name (es bleibt bei „Netzwerk der Naturwissenschaftlichen Vereinigungen in Mitteleuropa”, allerdings sind alle aufgerufen zu überlegen, ob noch ein Kurzname gefunden werden kann; dies ist aber nicht unbedingt nötig), die Organisationsform (solange wir möglich und vielleicht auf Dauer bleibt es bei der freien Form ohne Vereinsbildung), die Finanzen (hier zehren wir noch von den DNVD-Mitteln, müssen aber überlegen, wie wir neue Mittel beschaffen können), die weiteren Schritte im Internet (s.o.; die vereinsidividuellen, passwortgeschützten Zugänge zur Datenbank sollen bis Anfang oder Mitte November vergeben werden können), die Frage politischer Gespräche zur Unterstützung des Netzwerks (nicht vordringlich, aber es sollen Sondierungen erfolgen, wen sie sich ergeben), die mit der Fortführung der Arbeit zu beauftragenden Personen (die bisherigen Mitglieder des Lenkungskreises sind bereit, fürs erste weiterzuarbeiten, aber sie würden Verstärkung begrüßen. Später in der Tagung gelang es, hier für Werner Pfeil zu gewinnen), schließlich die nächsten Treffen.
Hier konnte erfreulicherweise mitgeteilt werden, dass Ort und Zeitpunkt der Tagung für das nächste Jahr bereits feststehen: der Westfälische Naturwissenschaftliche Verein wird in Zusammenarbeit mit dem Westfälischen Museum für Naturkunde die zweite Netzwerktagung vom 14.-16. September in Münster (D) ausrichten; dies, auch die frühe Festlegung des Termins, wurde allgemein begrüßt. Für 2008 wird der NV von Kärnten über die Möglichkeit einer ersten Tagung in einem Nachbarland nachdenken, für 2009 tut dies der NV Magdeburg und für 2010 soll versucht werden, eine Tagung in der Schweiz zustande zu bringen.
- Teil: Abschlussworte
Der Schluss der sehr harmonischen und gut verlaufenden Versammlung wurde knapp gehalten. Es wurde Dank ausgesprochen für die Ermöglichung dieser wichtigen Versammlung, auch für die Bereitstellung der technischen und kulinarischen Rahmenbedingungen; dann wurde die Versammlung gegen 12.40 Uhr beendet.

